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Nachhaltige Abfall und Kreislaufwirtschaft

Allgemeine Problematik

Die Abfallwirtschaft ist ein großes Problem für unsere Erde.  Nur Deutschland hat 2016, 411,5 Millionen Tonnen Müll produziert (1). Industrielle Massenproduktion, steigendes Konsumverhalten und fehlende Lösungen für effektives Recycling verschärfen die Abfallproblematik und führen dazu, dass traditionelle Entsorgungs- und Verwertungssysteme nicht mehr angemessen sind.

Abfall reichert sich als Marine Litter (Meeresabfall) in den Weltmeeren an, wird über die Kontinente verteilt und durch den Einfluss von Wind, Sonne und Wellen zerrieben. Vor allem Plastikabfälle verursachen große Schäden an Flora und Fauna und gelangen als Mikropartikel bis in die menschliche Nahrungskette. Da 80 Prozent der in das Meer gelangenden Abfälle aus Quellen an Land stammen, ist die unkontrollierte Verschmutzung von Gewässern und Meeren überwiegend Folge einer scheiternden Abfallwirtschaft.

Wenn man Abfall denkt, denkt man oft nur an den Müll den man wegschmeißt, den Haushaltsmüll den man in Kilos pro Einwohner und pro Jahr zählen kann. Doch das ist nur der sichtbarer Teil unseres Müll. Zum Beispiel wird für die Produktion von 390 kg Haushaltsmüll, um die 14 Tonnen Industrie- und Landschaftliche Abfälle produziert, die Produktion stößt Co2 aus und benutzt oft viel kostbares Trinkwasser. (2)

Haushaltsmüll stellte 2014 allerdings nur 8,7% des in Europa erzeugten Abfalls da. 35% kam von der Bau und Abriss Industrie, 28% wurde der Minen und Steinbruch Industrie zugetragen. Der Rest kam aus der Fertigungsindustrie, Wasseraufbereitung, Energieherstellung und anderen (3).

Plastik ist eins der aktuellsten und dringendsten Probleme. Wir gehen in Plastik unter. Wir haben alle über den 7. Kontinent gehört, der inzwischen so groß wie Europa sein soll und für Flora und Fauna tödlich ist, ob durch Strangulationsgefahr, Mikropartikel die bis in unser Essen kommen oder der toxischen Zusatzstoffe des Plastiks die sich im Meer verbreiten (4).Wenn es so weitergeht wird es 2050 mehr Plastik als Fische in den Ozeanen geben (5).Diese, durch menschen verursachte Katastrophe, wird vor allem durch Einweg Müll erzeugt. Der durchschnittliche Lebenslauf einer Plastiktüte 1 Sekunde Herstellungszeit, 20 Minuten Gebrauchszeit und 400 Jahre Lebenszeit (6).

Klingt das nicht absurd? 

Wie werden wir den Müll los ?

Gerne wird Müll einfach auf Müllhalden in Gräben verstaut bis er zerfällt. Dies trifft nicht mehr auf Deutschland zu, da hier die Mülltrennung und Recycling seit den neunzigern im Vordergrund steht, doch zum Beispiel wird im grenzland Frankreich, ein großteil des Abfalls vergraben, verbrannt und nur durchschnittlich 20 % wird recycelt zu durchschnittlich 80 % in Deutschland (7). Diese Diskrepanz kommt von der 1991 in Deutschland eingeführten Verpackungsverordnung die besagt dass der Hersteller auch nach Verbrauch noch für sein Produkt verantwortlich ist. Dadurch entwickelte sich in Deutschland das “duale System” das heute noch dafür sorgt dass recycelbare Produkte in den Kreislauf kommen und wiederverwertet werden. Die Regierung begann in Aufklärungskampagnen zu investieren. Bürger begannen zu trennen und ihr Leergut im Austausch von Pfand zurück an die Kaufstelle zu bringen. Die so entstandene Kreislaufwirtschaft war beispiellos auf der Welt (8).

 

Doch 12% des Plastikmülls weltweit wird dennoch verbrannt und die dabei produzierte Hitze wird als Energie verwendet. Doch die dabei ausgestoßenen Gase sind luftverschmutzend und das Verbrennen ist somit keine nachhaltige Lösung Plastik, oder generell Müll zu entsorgen (9).

 

Recycling ist eine weitere Möglichkeit unseren Abfall nachhaltiger zu verarbeiten. Es gibt drei Formen des Recycling. Recycling beschreibt dabei die generelle Wiederaufbereitung eines gebrauchten oder defekten Gegenstandes oder Stoffes. Downcycling ist die Aufbereitung eines Objekts zur Wiederverwendung mit niedrigen Energiekosten und kaum oder keinen neuen zugesetzten Material was an sich wünschenswert ist. Doch dies bedeutet oft Qualitätsverlust der Produkts bei jeder Wiederaufbereitung und macht es dadurch unmöglich das Produkt unendlich mal zu recyclen. Deswegen gibt es die Möglichkeit des Upcyclings. Hier wird ein neuer Stoff in der Wiederaufbereitung des Ausgangsprodukt hinzugefügt so dass das Endprodukt hochwertiger ist als das Ausgangsprodukt. Leider ist dieses Verfahren energieaufwendiger und dadurch nicht so umweltfreundlich wie Downcycling (10).

 

Nennen wir den Atommüll, der zwar nicht den größten Teil des produzierten Müll darstellt doch am meisten Probleme stellt. Wie werden wir Atommüll los ? Die bis jetzt am verbreitetste Lösung ist ihn zu vergraben. Doch da ein Teil dieses Mülls noch in 10 000 Jahren radioaktiv sein wird, fragen sich Wissenschaftler heute wie man den Menschen in der Zukunft klar machen kann dass man an den Radioaktiven Grabstellen besser keinen Brunnen bauen sollte...

Eine Lösung: Kreislaufwirtschaft statt linear

Das eine Problem ist den schon vorhandene Müll zu beseitigen beziehungsweise wiederzuverwenden, das andere ist es keinen Müll mehr zu produzieren. Unsere Abfallwirtschaft ist großteilig linear, das bedeutet dass die Überreste eines Produkts wenig oder keine Wiederverwendung kennen (Einwegprodukte), so werden sie unnütz und zu weiterem Abfall. Selbst recycelte Produkte sind nicht unendlich mal recyclebar. Der Umstieg zu einer Kreislaufwirtschaft würde unnötigen Abfall verringern und letztendlich Müll als Konzept eliminieren. Im übrigen, ist die Natur selbst eine Kreislaufwirtschaft, die für jede Überreste, ob von Tier oder Pflanze, einen bestimmten Zweck findet.

Die Europäische Union hat 2018 die Richtlinien zur Abfallwirtschaft überarbeitet um sich einer Kreislaufwirtschaft zu nähern, so werden zum Beispiel die Richtlinien zur Abfallvermeidung, Getrenntsammlung zum besser recyceln, erwartete Recyclingquoten und Herstellerverantwortung verschärft (11). Doch trotz dieser Richtlinien sind wir in Europa immer noch sehr weit von einer vollkommenen Kreislaufwirtschaft entfernt.

Tja, eine vollkommene Kreislaufwirtschaft würde eine Umstellung für die ganze Gesellschaft darstellen. Von der Produktion, über den Konsumenten bis zur Entsorgung die in dem Fall wohl eher eine Sammlung zur Wiederverwendung sein sollte.

Es ist für die Schwellen- und Entwicklungsländer leider noch schwieriger ihr Abfallmanagement zu entwickeln und zu verändern. Doch in den entwickelten Ländern ist es durchaus möglich dieser Umstellung gerecht zu werden, doch es Bedarf den Einsatz von allen. Die Umstellung fängt auch bei uns, der Konsumenten an.

Was kann ich tun?

Als einzelner Konsument ist es natürlich schwierig bei der Industriemüllentsorgung einzugreifen, doch man kann darauf achten selber nicht so viel Abfall zu produzieren. Ein erster Schritt ist es anders zu konsumieren, bewusster zu konsumieren. Man kann beispielsweise eine wiederverwendbare Tüte zum einkaufen nehmen, Obst und Gemüse nicht in Einweg Plastiktüten verpacken, Produkte mit weniger Verpackung bevorzugen oder gar zum Unverpackt Laden gehen, eine Thermostasse für seinen Kaffee to go benutzen, Mehrweg Flaschen benutzen, etc. Es gibt unendlich viele Tricks wie man einfach und effizient seinen Müll verringern kann. Am wichtigsten ist es im Alltag Plastikmüll zu vermeiden.

Bedenkt dass wir nicht am Ende der Entscheidungskette sind, sondern im Mittelpunkt.

Die Produktion wird sich an unser Konsumverhalten anpassen. Dies wird natürlich nicht von jetzt auf gleich geschehen doch es gibt viele Beispiele die eine Entwicklung zur Müll Verringerung und somit Nachhaltigkeit zeigen. Der Verkauf von Einkaufstüten, und vorallem das Angebot von wiederbenutzbaren Tüten; die Einführung von Papiertüten statt Plastik für Obst und Gemüse; die Eröffnung von mehr und mehr unverpackt Läden. Wir sind der Auslöser der Veränderung.

Zero Waste

Immer mehr Leute versuchen im Alltag überhaupt keinen Müll mehr zu produzieren. Stellt man sich in unser Gesellschaft gar nicht mal so einfach vor. Es gibt viele Beispiele und Interviews von Leuten die es geschafft haben. Letztendlich ist es sogar kosteneffizienter und gesünder. Oft muss man dazu sein Konsumverhalten umkrempeln, doch wir bei Gaia denken dass eine Veränderung beim heutigen Konsumverhalten Wünschenswert ist. Es ist natürlich schwierig von heute auf morgen überhaupt keinen Müll mehr zu produzieren, doch wenn man darauf achtet und nach alternativen Lösungen sucht, kommt die Umstellung Schritt für Schritt. Fangt doch damit an zu schauen wo ihr in eurem Alltag Müllerzeugung vermeiden könnt und was ihr für Alternative dafür findet. Wie könnt ihr beim Einkauf eurer Produkte unnötigen Abfall vermeiden? Informiert euch, inspiriert euch.

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